Steuerreform Zypern 2026: Was ändert sich?

📂 Steuerrecht 📅 Aktualisiert: März 2026 ⏱ Lesezeit: ca. 8 Min.

Die Steuerreform auf Zypern 2026 wird von vielen Mandanten und Interessenten aufmerksam verfolgt. Im Kontext der globalen Mindestbesteuerung (OECD Pillar Two) und der EU-weiten Harmonisierungsbestrebungen stehen verschiedene Änderungen im Raum. Dieser Artikel gibt einen aktuellen Überblick über die geplanten Reformen und deren Auswirkungen auf Unternehmer und Non-Dom-Personen auf Zypern.

OECD Pillar Two: Globale Mindeststeuer

Das zentrale Element der internationalen Steuerreform ist die globale Mindestbesteuerung unter OECD Pillar Two (GloBE Rules). Sie sieht einen effektiven Mindeststeuersatz von 15 % für multinationale Konzerne mit einem konsolidierten Gruppenumsatz von über 750 Millionen Euro vor. Zypern implementiert diese Regelung fristgerecht und führt einen Top-Up Tax ein, der sicherstellt, dass betroffene Unternehmen mindestens 15 % effektive Steuer zahlen. Für die allermeisten Unternehmen auf Zypern – insbesondere KMU, Einzelunternehmer und mittelständische Gesellschaften – ändert sich jedoch nichts. Der reguläre Körperschaftsteuersatz bleibt bei 15 %.

Bleibt der Non-Dom-Status bestehen?

Die wichtigste Nachricht für Auswanderer und Investoren: Der Non-Dom-Status auf Zypern ist von den geplanten Reformen nicht direkt betroffen. Die Befreiung von der SDC für Non-Dom-Personen ist ein eigenständiges steuerliches Instrument, das nicht im Rahmen der OECD-Mindeststeuer behandelt wird. Es gibt derzeit keine Pläne, den Non-Dom-Status abzuschaffen oder einzuschränken.

Non-Dom bleibt bestehen

Trotz der internationalen Steuerreformen bleibt der Non-Dom-Status auf Zypern bestehen. Die OECD Pillar Two betrifft nur Großkonzerne mit über 750 Mio. Euro Umsatz – KMU und Einzelunternehmer sind nicht betroffen.

Mögliche künftige Änderungen

ReformStatusAuswirkung auf KMU
OECD Pillar Two (15 %)Beschlossen, Umsetzung 2025Keine (nur Konzerne > 750 Mio. €)
KSt-Anhebung auf 15 %Diskutiert, nicht beschlossenMöglich, aber nicht sicher
Non-Dom-AbschaffungNicht geplantKeine
SDC-ReformNicht geplantKeine
IP-Box-AnpassungOECD-konformKeine wesentlichen Änderungen

Die zypriotische Regierung hat wiederholt betont, dass sie den Standortvorteil Zyperns als EU-Mitglied mit attraktivem Steuersystem erhalten möchte. Eine generelle Anhebung des Körperschaftsteuersatzes auf 15 % wird zwar diskutiert, ist aber derzeit nicht beschlossen. Selbst bei einer Anhebung bliebe Zypern einer der steuerlich attraktivsten Standorte in der EU.

Häufig gestellte Fragen

Es gibt Diskussionen, aber keine Entscheidung. Selbst bei einer Erhöhung auf 15 % bliebe Zypern deutlich unter dem EU-Durchschnitt von ca. 21 %.

Nein, der Non-Dom-Status ist von den aktuellen Reformplänen nicht betroffen und bleibt unverändert bestehen.

Nein, die aktuellen Bedingungen sind hervorragend. Wer jetzt den Non-Dom-Status begründet, profitiert für 17 Jahre – unabhängig von künftigen Änderungen.

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Die wichtigsten Änderungen im Detail

Die am 22. Dezember 2025 vom zypriotischen Parlament verabschiedete und zum 1. Januar 2026 in Kraft getretene Steuerreform bringt die umfassendsten Änderungen des zypriotischen Steuerrechts seit der Einführung des Non-Dom-Status im Jahr 2015. Die Kernpunkte betreffen den Körperschaftsteuersatz, die Dividendenbesteuerung, die Deemed Dividend Distribution und die Einkommensteuer.

Körperschaftsteuer: Anhebung von 15 % auf 15 %. Dieser Schritt war erwartet und steht im Zusammenhang mit der OECD Pillar Two-Initiative (globale Mindeststeuer von 15 %). Zypern hat sich bewusst am Minimum orientiert und bleibt damit wettbewerbsfähig – viele andere EU-Staaten liegen deutlich darüber (Deutschland: ~30 %, Frankreich: 25 %, Italien: 24 %).

Dividendensteuer (SDC): Die Special Defence Contribution auf Dividenden wurde für reguläre Steuerpflichtige von 17 % auf 5 % gesenkt. Für Non-Doms ändert sich nichts – sie bleiben weiterhin vollständig von der SDC befreit. Die Senkung auf 5 % macht die zypriotische Struktur auch für Nicht-Non-Doms attraktiver und stärkt die Wettbewerbsposition gegenüber Malta und Irland.

Abschaffung der Deemed Dividend Distribution

Die wohl bedeutendste Änderung für Unternehmer ist die vollständige Abschaffung der Deemed Dividend Distribution (DDD). Unter dem alten Recht wurden nicht ausgeschüttete Gewinne nach 2 Jahren automatisch als Dividende behandelt und mit SDC besteuert. Dies zwang Unternehmer zu ungewollten Ausschüttungen und schränkte die finanzielle Flexibilität ein. Mit der Abschaffung der DDD können Gewinne nun unbegrenzt in der Gesellschaft verbleiben – ohne steuerliche Konsequenzen. Dies ermöglicht Reinvestitionen, Rücklagenbildung und strategisches Timing der Dividendenausschüttung.

Auswirkungen auf bestehende Strukturen

Für Unternehmer mit bestehenden Zypern-Strukturen hat die Reform folgende praktische Auswirkungen: Die KSt-Vorauszahlungen müssen ab 2026 auf Basis des neuen Satzes von 15 % berechnet werden. Bestehende Verlustvorträge bleiben unberührt und können weiterhin unbegrenzt vorgetragen werden. Die IP-Box-Berechnung ändert sich (80 % Abzug auf 15 % statt 15 %, effektiv 3 % statt 2,5 %). Non-Dom-Status und Steuerbefreiungen auf Dividenden und Zinsen gelten unverändert fort. Die Transfer-Pricing-Dokumentationspflichten wurden erweitert (Schwelle: 750.000 Euro Transaktionsvolumen mit verbundenen Unternehmen).

Insgesamt stärkt die Reform die Position Zyperns als moderner, OECD-konformer Unternehmensstandort. Die Anhebung der KSt um 2,5 Prozentpunkte wird durch die Abschaffung der DDD, die Senkung der SDC auf 5 % und die Erhöhung der Einkommensteuerfreibeträge mehr als kompensiert. Für Non-Dom-Unternehmer bleibt die Gesamtstruktur hochattraktiv.

Für Unternehmer, die bereits eine Zypern-Struktur betreiben, empfehlen wir eine Überprüfung der bestehenden Steuerplanung im Licht der neuen Regelungen. Insbesondere die Abschaffung der Deemed Dividend Distribution eröffnet neue strategische Möglichkeiten für die Gewinnthesaurierung und das Timing von Ausschüttungen. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über eine Anpassung Ihrer Vorauszahlungen an den neuen KSt-Satz und über die Auswirkungen auf Ihre IP-Box-Berechnungen. Die Reform ist insgesamt positiv für das Zypern-Modell – sie schafft mehr Flexibilität und Rechtssicherheit bei einer nur moderaten Steuererhöhung.

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